„Brauchen wir einen Wartungsvertrag?“ ist eine der häufigsten Fragen nach dem Launch. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was gebaut wurde. Eine statische Firmenseite und ein Shop mit Datenbank, Plugins und Zahlungsanbindung haben völlig unterschiedliche Bedürfnisse.
Was Wartung eigentlich ist
Unter dem Begriff laufen sehr verschiedene Dinge zusammen. Es hilft, sie auseinanderzuhalten:
- Sicherheitsupdates. Das Betriebssystem des Servers, die Software der Website, alle Erweiterungen. Bekannt gewordene Sicherheitslücken werden schnell automatisiert ausgenutzt – eine Seite, die monatelang nicht aktualisiert wird, ist ein leichtes Ziel.
- Backups – und der Test, dass sie sich zurückspielen lassen. Ein Backup, das nie wiederhergestellt wurde, ist eine Vermutung.
- Überwachung. Ist die Seite erreichbar? Läuft das Zertifikat ab? Funktioniert das Kontaktformular noch? Am besten fällt ein Ausfall Ihrem Dienstleister auf, nicht Ihrer Kundschaft.
- Fehlerbehebung. Wenn doch etwas klemmt: jemand, der es sich ansieht und behebt.
- Kleine Änderungen. Eine neue Öffnungszeit, ein ausgetauschtes Foto. Das ist streng genommen keine Wartung, wird aber oft mit ihr verwechselt.
Ein guter Wartungsvertrag sagt genau, welche dieser Punkte enthalten sind.
Warum der Aufwand so verschieden ist
Statische Websites
Eine statische Seite besteht aus fertigen Dateien. Es gibt keine Datenbank, keine Anmeldung, keine Software, die bei jedem Aufruf auf dem Server läuft. Damit fällt der größte Teil der Angriffsfläche weg – und mit ihr der größte Teil der Updates.
Was bleibt: gelegentliche Aktualisierung der Werkzeuge, mit denen die Seite gebaut wird, und Überwachung der Erreichbarkeit. Diese Website ist so gebaut. Der Wartungsaufwand ist entsprechend klein.
Websites mit Redaktionssystem und Erweiterungen
Bei einer typischen WordPress-Seite laufen der Kern, das Theme und eine Reihe von Plugins – jedes mit eigenem Update-Zyklus und eigener Sicherheitsgeschichte. Jedes Update kann mit einem anderen kollidieren. Hier ist regelmäßige Wartung keine Option, sondern Pflicht.
Faustregel: Jede Erweiterung, die Sie nicht unbedingt brauchen, ist laufender Aufwand ohne Gegenwert.
Shops und Webanwendungen
Datenbank, Zahlungsanbindung, Schnittstellen zu anderen Systemen, oft Kundenkonten: Hier geht es nicht nur um Sicherheit, sondern auch darum, dass Bestellungen und Daten zuverlässig fließen. Änderungen bei einem Zahlungsanbieter oder einer angebundenen Software können Anpassungen nötig machen, auch wenn an Ihrer Seite selbst nichts geändert wurde.
Hosting und Wartung: zusammen oder getrennt?
Beides lässt sich getrennt vergeben. Zusammen hat es einen praktischen Vorteil: Wenn etwas nicht funktioniert, gibt es nur eine Stelle, die zuständig ist. Niemand schiebt den Fehler zwischen Hoster und Entwickler hin und her.
Worauf Sie beim Hosting achten sollten:
- Serverstandort. Für personenbezogene Daten vereinfacht ein Rechenzentrum in Deutschland oder der EU vieles. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag gehört dazu.
- Backups, getrennt vom eigentlichen Server gespeichert, mit festgelegter Aufbewahrungsdauer.
- Zugänge. Sie sollten jederzeit selbst Zugang zu Server, Domain und Code haben – auch wenn Sie ihn nie benutzen.
Worauf Sie bei einem Wartungsvertrag achten sollten
- Was ist enthalten? Updates, Backups, Überwachung, Fehlerbehebung – einzeln aufgeführt.
- Was ist nicht enthalten? Vor allem: Gelten inhaltliche Änderungen als Wartung oder werden sie gesondert abgerechnet?
- Reaktionszeit. Wie schnell meldet sich jemand, wenn die Seite ausfällt? Werktags, am Wochenende?
- Laufzeit und Kündigung. Ein Vertrag, der sich monatlich kündigen lässt, muss sich jeden Monat neu verdienen. Jahresverträge sind nicht falsch, aber Sie sollten wissen, warum Sie einen brauchen.
- Ausstieg. Was passiert mit Code, Zugängen und Backups, wenn Sie kündigen? Die Antwort sollte sein: Sie bekommen alles, ohne Gebühr.
Wann Sie keinen Wartungsvertrag brauchen
- Ihre Seite ist statisch und ändert sich selten. Dann reicht oft ein kurzer Check im Jahr.
- Sie oder jemand im Team kann Updates selbst einspielen und weiß, was zu tun ist, wenn danach etwas nicht funktioniert.
- Sie nutzen einen Baukasten. Dort ist die Wartung bereits in der Monatsgebühr enthalten.
Wie ich es handhabe
Den Betrieb übernehme ich auf Wunsch, als monatlichen Festbetrag und monatlich kündbar: Server in Deutschland, tägliche Backups, Updates und Überwachung. Beim Launch bekommen Sie Code und alle Zugänge – auch wenn ich die Seite danach betreue. Wartung soll man machen, weil man will, nicht weil man nicht mehr wegkommt.
